Satire · Kommentar
Bundespressekonferenz unterbricht sich selbst, um sich selbst einzuordnen
BERLIN. Kaum hatte die Sitzung begonnen, unterbrach sich die Bundespressekonferenz, um das eben Gesagte einzuordnen. Anschließend wurde die Einordnung eingeordnet. Danach folgte eine Einordnung der Einordnung.
Ein Korrespondent der Hauptstadtpresse erklärte, man müsse „die Lage in der Lage sehen“. Ein anderer widersprach, die Lage sei vor allem eine Meta-Lage. Beide wurden zitiert. Beide zitierten sich.
Gegen 11:40 Uhr einigte man sich darauf, dass Einordnen jetzt Journalismus sei. Recherche, so ein älterer Kollege leise, sei „ein Format der Neunziger“.
Die Regierung nahm die Einordnung „zur Kenntnis“ und kündigte eine Arbeitsgruppe an. Deren Auftrag: die Kenntnisnahme einzuordnen.
Selbstjustiz-Online dokumentiert den Vorgang, ohne ihn einzuordnen. Das ist Absicht. Und Satire.
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